Salbei räuchern

Die Salbeiarten gehören zu den ältesten bekannten Heilkräutern. Sie gehören zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und sind ursprünglich heimisch im Mittelmeerraum.

Salbei als Heilpflanze

Die Salbeiarten gehören zu den ältesten bekannten Heilkräutern. Sie gehören zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und sind ursprünglich heimisch im Mittelmeerraum. Bei uns ist vor allem der ganz gewöhnliche Gartensalbei heimisch, salvia officinalis. In den letzten Jahren haben jedoch phantasievolle Mischungen Einzug in den Kräutergarten gehalten: Von A wie Ananassalbei bis Z wie Zimtsalbei gedeiht es im Kräuterbeet.

Der Weiße Salbei, botanisch: Salvia apiana,  auch Indianersalbei genannt, ist die „Diva“ unter den Salbeiarten. Er gedeiht im Sommer gut bei uns, am besten in einem großen Topf. Im Winter braucht er Unterstützung beim Überwintern, deswegen den Topf am besten geschützt stellen, z.B. Treppenhaus, Gewächshaus, Wintergarten, etc. Der Weiße Salbei stammt aus Nordamerika und wächst dort wild als Halbstrauch, der bis zu 1 m hoch werden kann. Seine Blätter sind weiß-silbrig und werden mit kleinen Stängeln geerntet. Es ist hauptsächlich der weiße Salbei, der zum Räuchern verwendet wird.

Salbei wurde schon früher als eine Art „Allheilmittel“ eingesetzt: Als Tee bei Erkältungskrankheiten und Entzündungen im Magen-, Darmbereicht. Zum Gurgeln bei Entzündungen des Hals- und Rachenraums. Frauen schätzen seine schweißhemmende Wirkung als Tinktur oder Tee bei Hitzewallungen in den Wechseljahren.

Anwendungsarten beim Räuchern mit Salbei

Salbei gehört zu den wichtigsten Basis-Räucherwerken. In der indianisch-schamanischen Räuchertradition ist er seit Urzeiten fester Bestandteil in Reinigungszeremonien für Körper und Unterkünfte. Durch die Erwärmung über einem Teelicht oder dem direkten Anzünden lösen sich aus den feinen Drüsenhärchen die ätherischen Öle. Der Duft ist würzig-kräuterig und sehr aromatisch.

Salbei kann als fest gebundener Räucherstab, sogenannte smudge sticks, geräuchert werden. Diese werden am spitzen Ende angezündet und entwickeln viel Rauch. Bei der Anwendung in geschlossenen Räumen am besten eine Schale unter den Räucherstab halten, damit Glutreste nicht für unangenehme Folgen auf Bodenbelägen sorgen.

Als lose Blattware wird Salbei in der Abalonemuschel geräuchert. Dazu einfach einige Salbeiblättchen direkt an der Blattspitze anzünden und anpusten. Ganz zarte Rauchfäden steigen auf, die mit einer Feder in der Aura oder im Raum verteilt werden können.

Die Blattware kann auch auf einem Räucherstövchen mit Drahtsieb oder dem Lavastövchen geräuchert werden. Es entfaltet sich nur der sehr aromatische Duft, kein Rauch. Diese Variante ist sehr beliebt in Besprechungszimmern, Behandlungsräumen, nach Patientenbesuchen und zum Neutralisieren von Küchen- oder sonstigen unangenehmen Gerüchen.

Die Salbeiblättchen können auch auf der Kohle verräuchert werden. Aufgrund der starken Hitzeentwicklung der Kohle reicht es aus, die grob zerbröstelten Salbeiblätter an den Rand der Kohle in den Sand zu legen. Die gut durchgeglühte Kohle kann auch mit etwas Sand bestreut werden, um die Hitze etwas zu dämpfen, dann die Salbeiblätter direkt auf die Kohle legen. Der entstehende Rauch hat eine sehr intensiv reinigende Wirkung.

Die Anwendung und Wirkung

Der Duft des Salbeis vertreibt bzw. neutralisiert dichte, störende und als schwer empfundene Energien. Seine Duftbotschaft ist unmissverständlich: Er zeigt „Altem“ den Weg nach draußen und schafft Raum und Platz für Neues. Weitere Einsatzbereiche sind: Depressive Verstimmungen bzw.  Stimmungsschwankungen auflösen, Konzentration stärken, in die eigene Präsenz kommen, die Aura reinigen und klären.  Außerdem kann Salbei den Geist von belastenden Emotionen befreien und unterstützen, in die Ruhe und Klarheit zu kommen.

Salbei hat in fast allen Kulturen seinen angestammten Räucherplatz. In der indianischen Räuchertradition soll der Salbeirauch eine  friedliche und heilende Atmosphäre verbreiten und Gebete und Danksagungen begleiten. Im europäischen Raum wurden Krankenzimmer nicht nur mit Weihrauch ausgeräuchert, sondern auch mit Salbei, vermutlich um die keimtötende Wirkung zu nutzen.  Salbei wird bis heute hauptsächlich zur Raumreinigung verwendet. In der Tradition des Feng Shui wird Salbei zum Clearing, der feinstofflichen Reinigung, eingesetzt. Das Energieniveau in einem Raum soll dadurch gehalten oder wieder hergestellt werden, Salbei spielt dabei eine ganz wichtige Rolle.

Das Verräuchern von Salbei zur Raum- und Aurareinigung hat sich bis heute gehalten. Denn er ist so einfach zu räuchern:  Ein Blättchen über einer Kerze anglimmen, schon verströmt er sein würziges Aroma. Fächeln Sie einmal Ihrem Besuch, den Kindern nach der Schule oder sich selbst diesen Duft um den Körper. Sie werden erstaunt sein: Belastende Gedanken und Emotionen lösen sich auf, wir fühlen uns wie befreit.

Qualitätsmerkmale

Eine gute Salbeiqualität verströmt bereits  beim Verreiben einzelner Blättchen einen hocharomatischen Duft. Die Blätter sind weiß-silbrig. Das Klima und auch die Anzahl der Sonnenstunden haben entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der ätherischen Öle in der Räucherpflanze. Deswegen kann die Qualtiät von Jahr zu Jahr unterschiedlich sein. Den besten weißen Salbei erhalten wir von der nordamerikanischen Westküste.

Salbei ernten und trocknen

Der gewöhnlichen Gartensalbei wird bei strahlendem Sonnenschein im August gesammelt. Es werden die ganzen Stengel abgeschnitten und anschließend gebündelt. Zum Trocknen kopfüber aufhängen in einem trockenen, jedoch gut belüftbaren Raum. Nachdem das Büschel gut getrocknet ist (es sollte sich anfühlen wie rascheltrockener Tee), können die Blätter abgelöst und in einer Blechdose aufbewahrt werden.  Der Gartensalbei kann zum Räuchern gut gemischt werden mit dem weißen Salbei.

Räuchermischungen mit Salbei

Für eine starke Raumreinigung: Salbei, Drachenblut, Echter Weihrauch, Kampfer (1 EL Salbei, ½ TL Drachenblut, 1 EL Weihrauch, ½ TL Kampfer)

Zur Konzentration: Salbei, Lavendel, Mastix (1 EL Salbei, 1 EL Lavendel, ½ TL Mastix, reicht für ca. 3-5 Räucherungen)

Für Visionen und Pläne schmieden für die Zukunft: Salbei, Lorbeer, Baldrianblüten, Schafgarbe, Beifúß (jeweil 1 TL, reicht für ca. 3-5 Räucherungen)

Bei Atembeschwerden, Asthma, Heuschnupfen: Salbei, Menthol, Minze.  (1 EL Salbei, 1 EL Minze, ½ TL Menthol, reicht für ca. 3-5 Räucherungen)

Tipps beim Kaufen von Salbei-Räucherwerk

Salbei-Räucherwerk gibt es als lose Blattware oder als Räucherstab, sogenannte smudge sticks, zu kaufen. Die Blättchen haben eine weiß-silbrige Farbe und sind an den Seiten eingerollt. Die Qualität der losen Blattware ist fast etwas höher einzustufen als im Räucherbündel, da ein Verarbeitungsgang weniger, nämlich das Bündeln und Zusammenbinden, wegfällt und die Ware damit ursprünglicher bleibt.